Chronik

Im Jahre 1885 wurde in der Gemeinde Suchsdorf eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Bisher hatte es nur eine Pflichtfeuerwehr gegeben. Animiert durch einige Wehrgründungen in der Umgebung ent- schlossen sich auch die Suchsdorfer zu diesem Schritt. Das Gerätehaus und die Handdruckspritze wurden von der Pflichtfeuerwehr übernommen. In den folgenden Jahren erlebte die Wehr einen steten Aufschwung und so wurde 1910 ein neues Gerätehaus im Ortskern gebaut, da auch neue Gerätschaften in Dienst genommen worden waren, für die das alte Haus zu klein war. Besonders in den zwanziger Jahren war die Wehr stark gefordert, denn es gab mehrere Grossbrände in der kleinen Gemeinde.

Kameraden der FF Suchsdorf 1928

Kameraden der FF Suchsdorf 1928

1934 erhielt die Wehr das erste Fahrzeug, das auf einem Mercedes Fahrgestell aufgebaut worden war. Gleichzeitig wurde die Wehr der Polizei unterstellt.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Wehr einer Feuerwehrbereitschaft zugeteilt, die nun bei Luftangriffen ins nahe Kiel oder sogar nach Hamburg zur Brandbekämpfung ausrücken musste. Deshalb wurde 1941 ein vereinheitlichtes LF 8 auf Mercedes Fahrgestell beschafft. So erlebte die Wehr viele schwere Einsätze, den schwersten jedoch, als das Dorf in einer Nacht des Jahres 1944 bombardiert wurde. Aufgrund eines Fehlers in der Luftschutzleitung kam erst am nächsten Morgen Hilfe, doch da war das Dorf zu 80 % zerstört. Zwei Feuerwehrkameraden verloren bei diesem Einsatz ihr Leben.

Kreisfeuerwehrtag ins Rendsburg 1953

Kreisfeuerwehrtag ins Rendsburg 1953

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde die Feuerwehr wieder Teil der kommunalen Selbstverwaltung. Gerätehaus und Fahrzeug wurden “flott” gemacht und der Dienstbetrieb wieder aufgenommen. 1953 wurde auf der Mühle die erste Sirene in Betrieb genommen, bisher war die Wehr mit dem Feuerhorn alarmiert worden. 1958 wurde Suchsdorf in die Stadt Kiel eingemeindet, aus der Freiwilligen Feuer-wehr wurde eine Ortsfeuerwehr im Stadtfeuerwehrverband Kiel. Seitdem rückt bei einem Einsatz die Berufsfeuerwehr der Stadt Kiel an, die Freiwillige Feuerwehr wird nach Bedarf mitalarmiert.

Die Eingemeindung nach Kiel sorgte für ein rasches Wachstum des Stadtteils, und eine stete Verbesserung der Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr. Nachdem 1964 ein neues LF 8 beschafft worden war erhielt die Wehr 1965 ein TLF 8 und 1967 ein LF 16 TS des Katastrophenschutzes. Aufgrund von Personal-mangel wurde 1974 eine Jugendfeuerwehr gegründet, aus der bis zum heutigen Tage über die Hälfte der aktiven Mitglieder hervorgegangen ist.

In den siebziger Jahren war die Wehr bei vielen Grosseinsätzen in Kiel im Einsatz, aber auch 1975 beim Waldbrand in der Lüneburger Heide. 1980 wurde ein neues Gerätehaus gebaut, welches noch heute Sitz der Wehr ist. 1990 wurde ein vierter Stellplatz angebaut. Bis zum heutigen Tage renoviert die Wehr regelmäßig ihre Räume oder ergänzt wie zuletzt 2003, als ein Geräteschuppen angebaut wurde. In den achtziger Jahren kamen ein neues LF 8 sowie ein zweites LF 16 TS des Kats als Ersatz für das TLF 8 hinzu.

Jugendfeuerwehr der FF Suchsdorf

Jugendfeuerwehr der FF Suchsdorf

Die neunziger Jahre waren gekennzeichnet durch eine massive Zunahme der Einsatzzahlen. Denn seit der Einführung einer neuen Alarm- und Ausrückeordnung ist die Wehr nicht mehr nur für Suchsdorf, sondern auch für mehrere weiter Stadtteile zuständig, die keine FF haben. Je nach Einsatzstichwort wird die Wehr von der Leitstelle sofort mitalarmiert. Im Durchschnitt rückt die Wehr zu 40 Einsätzen jährlich aus.

Heute gehören 52 Männer und Frauen zur Einsatzabteilung der FF Suchsdorf, die Jugendwehr zählt 25 Jungen und Mädchen, die Ehrenabteilung 14 Kameraden. Zur Alarmierung stehen neben 3 Sirenen auch 24 Funkmeldeempfänger zur Verfügung. Alle Wehrleute sind seit 2001 mit Nomex 3 Schutzjacken ausgestattet, die Atemschutzgeräteträger seit 2005 auch mit Nomex 3 Hosen. Die Wehr verfügt über vier Fahrzeuge.

Im Stadtteil Kiel Suchsdorf leben heute über 10000 Menschen, bei der Eingemeindung 1958 waren es 1400. Bei dieser Entwicklung ist fast alles Dörfliche auf der Strecke geblieben. Um die Menschen zusammenzubringen, veranstaltet die Wehr jährlich ein Osterfeuer, einen Laternenumzug und schmückt den Tannenbaum im alten Ortskern. Außerdem findet alle 5 bis 10 Jahre ein großes Zeltfest statt. Alle diese Veranstaltungen haben einen regen Zulauf und zeigen, wie wichtig die Freiwillige Feuerwehr nicht nur als Helfer in der Not, sondern auch als ein Teil der Gemeinschaft in diesem Stadtteil ist.